Tiefengeothermie: Der GdW sieht die Chance – Potsdam zeigt den konkreten Weg
Weniger CO₂ bei tragbaren Wärmekosten: Das ist der Maßstab für die Wohnungswirtschaft. Wie Tiefengeothermie dazu beitragen kann, verbindet Ingeborg Esser aus Sicht des GdW mit einem konkreten Praxisbeispiel. Gregor Heilmann von PRO POTSDAM erläutert, wie die Einbindung der neuen Wärmequelle ohne zusätzlichen Wärmepreissprung gelingen kann.
Der Dachverband eröffnet die Perspektive
Tiefengeothermie erschließt eine langfristig verfügbare Wärmequelle. Für Wohnungsunternehmen entscheidet sich ihr Nutzen jedoch an einer konkreten Frage: Welche Wirkung hat der Wechsel der Wärmeversorgung auf die Kosten für die Mieterschaft?
Diese Verbindung stand im Mittelpunkt der Townhall am 31. August 2026 in der IHK Berlin. Gemeinsam mit der IHK brachte CO₂zero e. V. mit der Praxisgruppe Nullemissionsplanung Vertreterinnen und Vertreter aus Wohnungswirtschaft, Energiewirtschaft, Politik, Wissenschaft und Finanzierung zusammen. Diskutiert wurde, wie aus dem geothermischen Potenzial ein wirtschaftlich tragfähiger Dekarbonisierungspfad wird.
Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des GdW, ordnet Tiefengeothermie aus der Perspektive des Dachverbands ein. Sie verweist auf ein Mitgliedsunternehmen, bei dem der Ansatz funktioniert. Damit führt ihr Beitrag unmittelbar zur Praxis: Welche Bedingungen ermöglichen es, eine kapitalintensive Wärmequelle zu erschließen und die Wärmekosten dennoch tragbar zu halten?
Film: Preisstabilität Tiefengeothermie aus Sicht des GdW – Ingeborg Esser
Film: Gesamtthema Tiefengeothermie aus Sicht des GdW – Ingeborg Esser
PRO POTSDAM macht das Beispiel konkret
Gregor Heilmann von PRO POTSDAM erläutert die Potsdamer Perspektive. Seine zentrale Aussage: Die Einbindung der Tiefengeothermie verursacht im dargestellten Versorgungssystem keine zusätzliche Erhöhung des Fernwärmepreises.
Das ist für die Wohnungswirtschaft ein wichtiger Befund. Hohe Anfangsinvestitionen in Erkundung, Bohrungen und Anlagentechnik bedeuten nicht zwangsläufig, dass die später gelieferte Wärme teurer werden muss. Entscheidend ist, wie Investitionen, Förderung, Finanzierung und Betrieb im Gesamtsystem zusammenwirken.
Heilmann erläutert dabei auch die Rolle der Förderung innovativer Kraft-Wärme-Kopplung, kurz iKWK. Damit rückt ein Förderzusammenhang in den Blick, der bei der Betrachtung geothermischer Wärme aus Sicht der Wohnungswirtschaft besondere Aufmerksamkeit verdient.
Die Aussage zur Preiswirkung bezieht sich auf das konkrete Potsdamer Gesamtsystem. Für weitere Standorte ist deshalb zu prüfen, welche technischen, wirtschaftlichen und vertraglichen Voraussetzungen sich übertragen lassen.
Film: Potsdam und die Preisstabilität – Gregor Heilmann
Vom Praxisbeispiel zum eigenen Dekarbonisierungspfad
Für Wohnungsunternehmen beginnt hier die nächste Aufgabe: den eigenen Bestand mit möglichen Wärmeangeboten und deren wirtschaftlichen Bedingungen zusammenzuführen.
Dazu gehören Wärmebedarf, benötigte Temperaturen, Netzanschluss, Investitionsfolge und langfristige Abnahme ebenso wie Förderung, Finanzierung und Risikoabsicherung. Erst ihr Zusammenspiel zeigt, ob ein Versorgungspfad für ein Quartier tragfähig ist und welche Folgen er für die warmen Betriebskosten hat.
Unser Multimedia-Magazin zur Townhall führt diese Perspektiven zusammen. Thematisch aufbereitete Filmausschnitte ermöglichen es Ihnen, die Aussagen der Beteiligten selbst anzusehen und gezielt die Fragen zu vertiefen, die für Ihren Bestand relevant sind.
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Vollständiges Multimedia-Magazin anfordernWelche Voraussetzungen brauchen Sie, um einen solchen Versorgungspfad für Ihren Bestand zu prüfen? Bringen Sie Ihre Fragen und Erfahrungen in die Praxisgruppe Nullemissionsplanung ein.